Sprecher

Mittlerweile, nach fünf Jahrzehnten Mikrofonerfahrung, arbeite ich in erster Linie als Sprecher und antworte gelegentlich jüngeren Kollegen auf die Frage nach dem Warum, dass sich dies aus den ersten Anfängen so ergeben hat. Eigentlich ohne Absicht und beinahe ohne mein Zutun. Von disziplinierter Arbeit mal abgesehen . . .

Nach zwanzig Jahren freiberuflicher Tätigkeit für den WDR blieben die Angebote zu meinem Bedauern aus. Stattdessen wurde ich seit 1995 von den neuen Kölner Privatsendern als Sprecher verpflichtet. Und weiterhin erhielt ich immer wieder lohnende Aufträge aus der Werbung. Hinzu kam die Aufgabe als deutsche Stationvoice des Fernsehprogramms der Deutschen Welle DW-tv, das weltweit über Satellit ausgestrahlt wird. Eine anspruchsvolle Aufgabe, der ich sehr gern nachgekommen bin, bis nach 13 Jahren 2012 der fällige Generationswechsel erfolgte und eine neue Stimme an meine Stelle trat . . .

Anfang 2006 folgte der Erzähler in der Kindermusical-CD „Gestatten, Froschkönig", und mit der schönen beruflichen Herausforderung, Lena Kuglers Kinderbuch „Bo im wilden Land" einzusprechen, ging das Jahr 2006 zuende. Neben bread and butter des Tagesgeschäfts folgte 2008 wieder ein künstlerischer Leckerbissen: in der CD-Produktion „Frankenstein - Mythos und Wahrheit" gab ich dem unglücklichen Monster meine Stimme. Zwei Jahre später wurde ich vom selben Label (Stimmbuch) für eine weitere Rolle aus dem Gruselkabinett engagiert als Graf Dracula.

Das künstlerische Highlight meines Berufslebens ist jedoch meine Mitwirkung als Erzähler der bei jungen Eltern und ihren kleinen Kindern so beliebten CD-Kindermusicalserie „Ritter Rost" geworden. Gerade, 2015, ist die vierzehnte Folge dieser preisgekrönten Produktion des Duos Jörg Hilbert (Text und Illustration) und Felix Janosa (Musik) erschienen. 20 Jahre sind seit dem ersten Band vergangen. Ein Vergnügen und eine Ehre für mich und ein Stück Leben . . .

Übrigens bin ich selbst unter die „Produzenten“ gegangen und habe 2008 meine erste eigene CD-Produktion beendet. Es ist die Rede des Häuptlings Seattle an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika von 1854. Die historisch verbürgte Rede ist die Antwort des roten Häuptlings auf die Forderung des weißen Präsidenten, Indianerland zu kaufen und die Indianer in Reservate umzusiedeln. In archaisch-mythischer Sprache entwickelt der Indianer eine prophetische Vision, die nach anderthalb Jahrhunderten nichts von ihrer eindringlichen, beklemmenden Kraft verloren hat und deren tiefe Wahrheit sich gerade heute mehr und mehr offenbart.

Wegen produktions- und vertriebstechnischer Schwierigkeiten habe ich mich entschlossen, diese Arbeit kostengünstig als Download anzubieten.

Weitere Projekte in Vorbereitung:
Die Apologie des Sokrates
Eichendorffs „Taugenichts"

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